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Museum Ostwall wird beschenkt: Druckgrafik von Harry Fränkel erweitert die Sammlung im Dortmunder U

Sammlungsleiterin Dr. Nicole Grothe .

Bisher besaß das Museum Ostwall im Dortmunder U 151 Druckgrafiken und 20 Entwurfszeichnungen des Dortmunder Künstlers Harry Fränkel. Seit heute ist die Sammlung um ein Blatt reicher: Der gebürtige Dortmunder Uwe Remy fand in einem Nachlass das Blatt „Schreiende“ (um 1948) und überlässt es dem Museum als Geschenk, aus Verbundenheit zu Dortmund und dem Museum Ostwall.

Harry Fränkel, 1911 in Dortmund geboren, verarbeitete in seinen frühesten dokumentierten Grafiken die Grauen des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus. Sein Vater, ein jüdischer Kaufmann, wurde in Auschwitz ermordet, Fränkel selbst 1944 in ein Arbeitslager deportiert. Die ersten im Werkverzeichnis von Renate Thiemann-Gerold genannten Linolschnitte, stammen aus dem Jahr 1946 und gehören zur Serie „Bombenkrieg“. Sie zeigen in harten schwarz-weiß Kontrasten brennende Städte, fliehende Menschen, verzweifelte Obdachlose, zerstörte Ruinen.

Frühwerk des politischen Künstlers

Die gesamte Nachkriegszeit hindurch beschäftigt Fränkel das Leid der Menschen, dem er als politischer Künstler wieder und wieder Ausdruck verleiht. Erst Mitte der 1950er Jahre findet er zu seinen abstrakten Kompositionen, die er mit leuchtenden Farben in Szene setzt. 1956 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der „Dortmunder Gruppe“, deren zweiter Vorsitzender er wurde. In Dortmund gestaltete Fränkel u.a. die Eingangshalle des Klinikums und eine Wand im Südbad. Seine Werke sind außer im MO auch im Kunstmuseum Bonn und im Städelmuseum Frankfurt vertreten.

Das Blatt „Schreiender“ stammt aus dem Jahr 1948. Das Geschenk, das die Leiterin der Sammlung, Dr. Nicole Grothe, jetzt entgegen nimmt, scheint ein rares Exemplar zu sein: Im Werkverzeichnis der Schnitte und Siebdrucke wird zwar auf seine Erwähnung im Ausstellungsverzeichnis des Dortmunder Künstlerbundes im Jahr 1949 verwiesen, abgebildet ist es jedoch nicht. „Die Schenkung Uwe Remys bereichert unseren Bestand an frühen, politischen Arbeiten Harry Fränkels“, so Nicole Grothe, „wir bedanken uns herzlich für das schöne Geschenk.“

Museum Ostwall im Umbau

Die Sammlung des Museums Ostwall im Dortmunder U ist seit dem 1. April für Besucherinnen und Besucher vorerst nicht mehr erlebbar: Die beiden Museumsetagen 4 und 5 werden umgebaut. Ende des Jahres eröffnet die neue Sammlungspräsentation „Body and Soul. Denken, Fühlen, Zähneputzen“ in komplett umgestalteten Räumen.

Während der Umbauzeit ist ein Teil der expressionistischen Sammlung des MO im Museum Singer Laren (Niederlande) zu sehen. Ab 11. Mai präsentiert das MO in der 6. Etage die Ausstellung „Ein Gefühl von Sommer... Niederländische Moderne aus der Sammlung Singer Laren“.

www.mo.dortmund.de

Nachricht vom 10.4.19 13:17

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Letzte Aktualisierung: Sonntag, 16. Juni 2019 BP

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